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Das intelligente Pausensystem!

Häufig nehmen Lernende an, dass Pausen und Lernen Gegenspieler seien. Sie glauben, jede Minute, die sie ihre Augen nicht auf den Lernstoff gerichtet haben, sei verschwendete Zeit. Viele Forschungsergebnisse, so beispielsweise in einer Studie der Psychologen Soren Ashley und Joel Pearson von der University of New South Wales in Sydney, haben jedoch gezeigt, dass pausenloses Auspowern nicht nur schnell zu Stressgefühlen führen kann, sondern sich auch leistungsmindernd auf unser Lernen auswirkt!

Tatsache ist, dass unser Gehirn nicht nur dann arbeitet, wenn wir dies beabsichtigen, sondern Informationen vor allem in Ruhephasen nachhaltig abspeichert. Dies ist auch der Grund, warum zum Beispiel ausreichend Schlaf von entscheidender Bedeutung für effiziente Lernprozesse ist.

Forscherinnen und Forscher aus der Lernpsychologie gehen heute davon aus, dass ca. ein Fünftel unserer Lernzeit aus Pausen bestehen sollte, um den bestmöglichen Lerneffekt zu erzielen. Aber, diese Werte sind individuelll unterschiedlich!  Wie immer in der Pädagogik und Didaktik gibt es keine Rezepte, nur Handlungsmuster!

Es liegt demnach an uns, herauszufinden, wann wir eine Pause einlegen sollten, wie wir diese lernfördernd gestalten können und wann es Zeit ist, sich wieder an die Arbeit zu machen. Wir benötigen also ein Pausensystem, mit dessen individuell zusammengesetzten Bausteinen der Stresspegel und das Ermüdungslevel niedrig, unsere Konzentration und Motivation jedoch hoch gehalten werden können.

Das intelligente Pausensystem des Studienhauses unterscheidet zwischen 6 Pausenarten, die sich in ihrer Funktion und somit auch ihrer Dauer unterscheiden:

 

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PausenArt gegliedert nach dem inhaltlichen Lernprozess

MiniPause  (30 Sekunden) – Kurze Entspannungphase nach einer Lernportion.

ZwischenPause  (5 Minuten) – Für eine strukturelle Neuorientierung innerhalb eines Faches. Also etwa vom Vokabellernen zur Textarbeit. 

Merkpause  (10 Minuten) – In einer wachen Ruhephase können Informationen besser eingeprägt werden, als in einer aktiven Pause.

SwitchPause  (15 Minuten) – Für eine thematische Neuorientierung, etwa zwischen zwei Fremdsprachen.

ErholungsPause  (1 Stunde) – Das Lernen hat Pause! – Veränderung der Richtung des Denkens durch die Beschäftigung mit außerschulischen Dingen.

TagesPause  (bis zu 1 Tag) – Mit einer guten Lernplanung wird im Idealfall ein großer Zeitraum außerhalt des schulischen Kontextes möglich. „Es gibt auch ein Leben außerhalb der Schule!“
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PausenTiming gegliedert nach Zeitintervallen

Nach 10 Minuten Lernzeit eine Pause von 1 Minute Dauer einlegen – Arbeitsplatz nicht verlassen, etwas durchatmen. Beachte: Diese Pausen sind besonders empfehlenswert, um Ermüdung erst gar nicht aufkommen lassen.

Nach 30 Minuten Lernzeit eine Kurzpause von 5 Minuten einlegen – Arbeitsplatz verlassen, sich bewegen.

Nach längstens 3 Stunden Lernzeit eine 30 minütige EntspannungPause einlegen – dazu unbedingt den Arbeitsplatz verlassen.

Pausen sollten etwa 20 % ( = 12 Minuten pro Stunde)  der Arbeitszeit betragen.

Bei jedem Lernabschnitt sollte die Pause im zweiten bis dritten Drittel der Arbeitszeit liegen (um der Gefahr der Ermüdung zu entgeht)

TIPP: Kurz vor der Pause etwas zurechtlegen, womit man nach der Pause weitermachen möchte.

GANZ WICHTIG: Begleite Deine Lernprozesse mit einem Wecker! OHNE HANDY!

VORSICHT: Wir dürfen nicht außer Acht lassen, dass trotz ausreichender Pausen eine Gesamtlernzeit von 7 Stunden am Tag keinesfalls überschritten werden sollte!

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Intelligente Pausen

Arbeitsauftrag: Finde durch Internetrecherche heraus, was ein „Biorhythmus“ ist und was dieses Phänomen mit unserem Lernen zu tun haben könnte.

 

Konrad Scheib
Studienhaus Landau, Institut für Lernmethodik