Intelligentes Lernen – Wissen, worauf es ankommt!

Münsterländer
Notenständer
Hoffensterchen
Stiefenkelchen

Beim Lesen dieser vier Begriffe von oben nach unten liest unser Gehirn zunächst einen Begriff, der aus zwei Wörtern und vier Silben zusammengesetzt ist, das Wort Münster-länder. Dann folgt das Wort Noten-Ständer, ein Begriff mit identischer Struktur. Dies gefällt Ihrem Gehirn so gut, dass es ein erfolgreiches Muster bestätigt findet und die Aufmerksamkeit aufgibt.

Ihr Gehirn ist faul und sucht nach schnellen und einfachen Lösungen. Es versucht arbeitendes Denken in schnelles ökonomisches, ja leichtes Denken zu überführen. Dies hat zur Folge, dass Sie versuchen, auch Wort drei und vier mit der gefundenen Struktur zu lösen. Sie lesen weiter mit Hoffen-sterchen und, obgleich das Wort Hoffen-sterchen überhaupt keinen Sinn ergibt, lesen Sie mit gleichem Gedankenmuster Stiefen-kelchen.

Aber es ist das Hof-fensterchen und das Stief-enkelchen gemeint. Sie kennen diese Wörter, trotzdem hat ihnen ihr Gehirn nicht geholfen diese Begriffe zu begreifen. Sie sehen, unser Denken sucht nachhaltig nach einfachen und schnellen Mustern, auch wenn sie gelegentlich nicht zu tragfähigen Ergebnissen führen.

Nun gibt es ob der Komplexität der Pädagogik leider(?) keine Rezepte und schon gar keine schnellen Lösungen. Die Lernziele und die Merkmale Lernender sind immer unterschiedlich. Es ist normal, verschieden zu sein, deshalb geht es um jeden Einzelnen, immer!

Trotzdem lassen sich in der Lernmethodik Muster entdecken, die tragfähige Arbeitsgrundlagen darstellen und die für alle Lernenden wertvoll sind. Sie erlauben es, dass unsere pädagogische Arbeit wertvoller wird, weil sie das Lernen erleichtern und für viel Freude am Lernen sorgen können. Diesen Mustern gehen wir im Studienhaus Landau, Institut für Lernmethodik, neugierig auf die Spur und versuchen sie für Lernende und Lernbegleiter gleichermaßen intelligent in Wert zu setzen.

Wenn Schüler, Eltern und Lehrpersonen gemeinsam, als Arbeitsgemeinschaft, den Schulalltag meistern wollen, dann arbeiten sie mit dem Ziel des Gelingens. Sie erwarten Erfolg. Was auch immer Erfolg bedeutet!

Die Schule formuliert zunächst ein Leistungsmotiv an alle seine „Mitarbeiter“. Sie fordert Aufmerksamkeit, die Bereitschaft zur Anstrengung, zur aktiven Mitarbeit, und sie fordert höfliches Benehmen und Respekt. Der Schüler hingegen legt an das Miteinander mit den Lehrpersonen zunächst eher soziale Maßstäbe. Lehrpersonen sollen Verständnis für die eigene Situation mitbringen und pädagogischen Instinkt zeigen. Und sie sollen natürlich Humor haben und auch gerecht sein.

Dazu fordern die Eltern von der Schule Durchsetzungsvermögen und eine interessante, Perspektiven bildende Unterrichtsgestaltung. Lehrpersonen sollen eine überzeugende Persönlichkeit besitzen, eine positive Einstellung zum Kind haben und es mit umfassender Fachkompetenz fördern.

Die an der Arbeitsgemeinschaft Bildung beteiligten Interessengruppen der Schüler, der Eltern und der Lehrpersonen haben unterschiedliche Aufgaben und Stärken. Und in diesen Gruppen selbst gibt es natürlich auch eine Heterogenität. Menschen unterscheiden sich in ihren Erfahrungshintergründen, in den Fähigkeiten, in Motivationsfragen, im Arbeits- und Lerntempo, mit unterschiedlichen Kenntnissen und Lernvoraussetzungen, in ihrem kognitiven Leistungsvermögen, in der Effizienz, in der Arbeitshaltung, schlicht in der Persönlichkeit. – Gut so!

Damit beim Lernen nicht alle das Gleiche bekommen, sondern jeder das, was er braucht, ist es wichtig, ein gültiges lernmethodisches Gerüst zu haben, an dem sich jeder, auch in seiner Verschiedenheit, orientieren kann.

Mit dem Konzept „Intelligentes Lernen“ versuchen wir, das Studienhaus Landau, allen Bildungsschaffenden ein Leitbild an die Hand zu geben, das Klarheit schafft, was gutes, niveauvolles Lernen ausmacht. Intelligentes Lernen soll eine praktische Orientierungshilfe duch die immer komplexer werdenden LernLandschaften sein. Ziel ist es, die Schülerjahre für Bildungsarbeit sinnvoll zu sensibilisieren und Gesprächsstoff zu liefern.

In der Lernwerkstatt Studienhaus Landau entstehen regelmäßig LernErlebnisKurse, Seminare, Vorträge, Texte, Debatten, Diskussionen und Arbeitsmaterialien zur Professionalisierung der Schüler, der Eltern und der Lehrpersonen. So versuchen wir mit unserem Lernprogramm auch nachhaltig Orientierung und Sicherheit zu geben.

Wir wollen mit intelligenten Bausteinen zu den komplexen Fragen der Lernmethodik, für Einzel- und auch Gruppenarbeit, wertvolle Denkanstöße und Impulse liefern und das Lernen in einen ganzheitlichen Kontext stellen. Der Nutzer gewinnt dadurch viele Beispiele und Anregungen, die er mit geringem Aufwand zum Transfer in seinen eigenen Lernalltag umsetzen kann. So schult er intelligent seine Lernkompetenzen.

Gutes Lernen ist intelligentes Lernen!

Konrad Scheib
Studienhaus Landau, Institut für Lernmethodik